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VERANSTALTUNGEN 2014 IN DER ALTEN SCHULE LELBACH
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Sonntag, 16. November 2014, 17.00 Uhr
Literatur und Musik:
"Die ungeheuerliche Welt,
die ich im Kopfe habe..."
Franz Kafka
Thomas Schwill liest:
"Ein Bericht für eine Akademie"
Jener berühmte Bericht des Affen Rotpeter, der, aus der Freiheit eines wilden Tieres heraus vom Zoo Hagenbeck
in eine Kiste eingezwängt, einem Dasein in lebenslanger Unfreiheit entgegenreist. Er wagt den Sprung in die Freiheit: in ein menschenähnliches Leben.
Ob ihm der Sprung gelingt?
Auch nach fast einem Jahrhundert geht noch immer eine ungebrochene Faszination von Franz Kafkas Werk, vielleicht auch von dem Menschen Kafka selbst aus. Sein Werk hat diesen Platz erobert - das Werk, das er selbst zum größten Teil am liebsten vernichtet gesehen hätte. Sein Freund Max Brod hat sich ihm hier glücklicherweise verweigert.
Franz Kafka gehört wohl zu jenen Autoren des zwanzigsten Jahrhunderts, die eine noch immer vorhandene Bewusstseinslage ins literarische Bild setzen.
In Kafkas Welt gibt es keine Erlösung; was wie Erlösung aussieht, zieht eine unerbittliche Ironie auf sich.
Das Modewort "kafkaesk", das der Duden mit "auf rätselhafte Weise unheim-
lich bedrohlich" erklärt, gilt als Verständigungsformel für eine Welt,
"deren Zeichen Unbehaustheit, existentialistische Verlorenheit, Bürokratie und Folter, Entmenschlichung und Absurdität zu sein scheinen".
Thomas Schwill, Lesung Georg Lungwitz, Flügel
Eintritt: 10,-
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Samstag, 6. September 2014, 19.30 Uhr
East Meets West -
Klassische Indische Musik
Ein indisch-klassisches Raga- und Folk-Musik-Konzert
 mit der Gruppe "Sursangam" und Asim Saha
In einem faszinierenden Konzert verbunden mit interessanten Erläuterungen der Künstler trifft in der Alten Schule Lelbach erstmals die "westliche Musikwelt" auf die "östliche Musiktradition".
Zu Gast sind an diesem Abend 3 Meister der klassischen indischen Musik:
die Gruppe "Sursangam" mit Pradeep und Sigrid Gupta aus Ludwigshafen
sowie der Tabla-Spieler Asim Saha aus Hamburg.
Die indische klassische Musik entstammt einer jahrtausendealten Tradition.
Den "westlichen Ohren" erscheint sie sphärenhaft, mystisch, mitreissend,
mitunter schwer zugänglich, trotzdem überaus faszinierend. Viele westliche
Musiker wurden durch indische Musik zu Kompositionen und Interpretationen
angeregt, oftmals im Bereich des Jazz und der Neuen Musik, aber auch
in Rock- und Popmusik.
Die Gruppe "Sursangam": Pradeep Gupta und Sigrid Gupta
mit den Instrumenten Sitar und Dilruba
Asim Saha - Tabla
In der Pause und nach dem Konzert wird ausgewähltes, frisch zubereitetes italienisches Fingerfood aus der Küche des Restaurants "Pizzeria Toni" aus
Korbach angeboten (nicht im Eintrittspreis enthalten).
Eintritt: 10,-
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Sonntag, 2. März 2014, 17.00 Uhr
Das Frauenbuch
des Ulrich von Liechtenstein
Lesung und Konzert
"Ihr Männer habt leider eine Angewohnheit, die euch bei uns Frauen sehr unbeliebt macht. Ihr neigt dazu, nach Strich und Faden uns zu umgaukeln. Ihr kriegt es hin, zu lügen und zu betrügen, und so manche Frau ist dadurch schon todunglücklich geworden. Und der, der uns am besten hinters Licht führt, der hält das noch für sein Verdienst und brüstet sich damit vor allen Leuten."
So beklagt sich eine Dame bitterlich bei einem edlen Ritter in Ulrich von Liechtensteins Frauenbuch. Es entspinnt sich ein ausführliches Zwiegespräch über das Geschlechterverhältnis. Es geht um die Fehler, die Männer und Frauen beim Umgang miteinander machen. Das Buch bietet manches Aha-Erlebnis: Was sind die Konstanten über die Jahrhunderte geblieben? Und was ist ganz anders geworden?
(Ulrich von Liechtenstein, aus: Manessische Liederhandschrift)
Gudrun Sander und Jochen Faulhammer schlüpfen in die Rolle von Ritter und Dame und werden aus dem vergnüglichen und lehreichen Buch lesen. Mittelalter-Spezialist Dr. Lothar Jahn gibt die einordnenden Hintergrund-Informationen. Und da Ulrich von Liechtenstein auch viele Lieder geschrieben hat und Jochen Faulhammer ein preisgekrönter Interpret des Minnesangs ist, wird der Abend durch volltönenden Gesang ergänzt.
Die Interpreten von links nach rechts:
Jochen Faulhammer, Gudrun Sander, Dr. Lothar Jahn
Eintritt: 10,-
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Sonntag, 26. Januar 2014, 17.00 Uhr
"Lenz" - Novelle von Georg Büchner
Thomas Schwill liest die berühmte Novelle von 1835
des grossen deutschen Dichters.
Klappentext/Einführung verfasst von Inge Frese
Zwischenmusiken u. a. von Franz Schubert:
Georg Lungwitz (Flügel)
Georg Büchner auf den Steinen des "Felsenmeeres", Oktober 1833
Bleistiftzeichnung von Jean-Baptiste Alexis Muston
Thomas Schwill, Sänger und Schauspieler, Kulturpreisträger 2013 des Landkreises Waldeck-Frankenberg, liest Büchners berühmte Novelle "Lenz". Georg Büchner (1813-1837) gilt - trotz seines schmalen Werkes: er starb bereits im Alter von 23 Jahren - als einer der bedeutendsten deutschen Literaten. In seiner Novelle, im Herbst 1835 verfasst, stellt er die seelischen Leiden des Schriftstellers Jakob Michael Reinhold Lenz dar. Darin findet sich, buchstäblich im Zentrum der Erzählung, Büchners kunsttheoretisches Credo.
Ein faszinierender literarischer Nachmittag.
Thomas Schwill, Lesung Georg Lungwitz, Flügel
Eintritt: 10,-
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